Kupferblechrollen

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Kupfer zu verarbeiten benötigt große Mengen Strom und Erdgas. Ein Hersteller von Kupferhalbzeugen wie Bändern und Blechen will deshalb die Treibhausgasemissionen seiner Produktion deutlich senken. Sein Transformationsplan zeigt einen schrittweisen Weg: Zunächst wird das Unternehmen Energie effizienter einsetzen, Abwärme nutzen und auf erneuerbaren Strom umstellen. Auch will es die bislang erdgasbetriebenen Produktionsprozesse elektrifizieren.

Den Transformationsplan erarbeitete das Unternehmen gemeinsam mit einem externen Beratungsbüro. Für die Beratungskosten von 90.000 Euro erhielt es im Rahmen von Modul 5 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) einen Zuschuss von 50 Prozent.

Energieverbrauch und Emissionen transparent machen

Die Produktionsprozesse des Unternehmens sind besonders energieintensiv: Das Unternehmen schmilzt und gießt Kupfer, Kupferschrotte und andere Legierungsmetalle. Anschließend walzt es die Halbzeuge warm und kalt, erhitzt und kühlt sie gezielt und behandelt ihre Oberflächen. Eine technische Bestandsaufnahme der größten Energieverbraucher und Emissionsquellen bildete die Grundlage des Transformationsplans.

Die Treibhausgasbilanzierung für das Werk ergab für das betrachtete Basisjahr rund 51.000 Tonnen CO₂-Äquivalente. Knapp zwei Drittel entfielen auf indirekte Emissionen (Scope 2) aus dem Strombezug. Das übrige Drittel stellten die direkten Emissionen (Scope 1) des Standorts dar, die im Wesentlichen durch den Einsatz von Erdgas entstanden. Zu den größten Emissionsquellen zählen die integrierte Schmelz-, Gieß- und Warmwalzanlage, die Kaltwalzanlage, verschiedene Wärmebehandlungsöfen sowie die Druckluftversorgung.

Das Unternehmen strebt bis spätestens 2045 eine treibhausgasneutrale Produktion an. Als Zwischenziel will es seine Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 bereits bis 2030 um mindestens 50 Prozent senken. Dafür beschreibt der Transformationsplan einen schrittweisen Fahrplan.

Abwärme nutzen und die Energieversorgung neu ausrichten

Das Beratungsbüro identifizierte eine Reihe wirtschaftlich sinnvoller Energieeffizienzmaßnahmen, die das Unternehmen vorrangig umsetzen möchte. Unter anderem plant es, die Motoren der Kaltwalzanlage durch hocheffiziente Modelle zu ersetzen, Kühlwasserpumpen und Lüfter bedarfsgerecht zu regeln sowie Heizungsleitungen und Hallendächer besser zu dämmen.

Weiterhin will das Unternehmen die bislang ungenutzte Abwärme aus den verschiedenen Wärmebehandlungsprozessen und der Druckluftversorgung zurückgewinnen und in das zentrale Heizsystem einbinden. Bis 2030 plant es, die Abwärmequellen schrittweise zu erschließen und dabei den technischen Aufwand zu berücksichtigen. Dafür erwägt es auch, Wärmepumpen zu installieren. Sie sollen die Wärme auf das benötigte Temperaturniveau anheben. Mit den geplanten Energieeffizienzmaßnahmen kann das Unternehmen den Treibhausgasausstoß des Standorts bereits um knapp 15 Prozent senken.

Weitere Emissionen will das Unternehmen bei der Stromversorgung einsparen. Um seinen Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken, plant es, Photovoltaikanlagen auf seinen Hallendächern und Brachflächen zu installieren. So kann es einen Teil des benötigten Stroms direkt am Standort erzeugen. Bis spätestens 2030 will es zudem auf Ökostrom umstellen.

Die technisch und wirtschaftlich größten Herausforderungen liegen darin, Erdgas zu ersetzen. Kurz- bis mittelfristig möchte das Unternehmen die noch erdgasbetriebenen Wärmebehandlungsöfen durch elektrische Modelle austauschen. Für die Hochtemperaturprozesse prüft es, ob es die Schmelzöfen vollständig elektrifizieren oder synthetische Gase einsetzen kann.

Vom Transformationsplan zur Investitionsentscheidung

Der Transformationsplan vergleicht verschiedene technische Optionen und zeigt, wann welche Maßnahmen sinnvoll sind. So kann das Unternehmen Investitionen gezielter vorbereiten und auf veränderte Energiepreise, technische Entwicklungen oder andere Rahmenbedingungen reagieren. Außerdem zeigt der Plan, welche Vorhaben sich grundsätzlich über weitere EEW-Module oder andere Förderprogramme unterstützen lassen.

Für die Umsetzung nutzt das Unternehmen sein integriertes Managementsystem, das auch ein fortschrittliches Energiemanagement umfasst. Es prüft regelmäßig, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind und wie sich Energieverbrauch und Emissionen entwickeln. Auf dieser Grundlage kann das Unternehmen weitere Investitionen planen, die Wirkung umgesetzter Maßnahmen überprüfen und den Transformationspfad bei Bedarf anpassen.