Rapsöl in Flaschen vor einem Rapsfeld

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Ein mittelständisches Unternehmen der Pflanzenölindustrie will seine energieintensive Produktion schrittweise von fossilen Energieträgern lösen. Im Rahmen von Modul 5 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) hat es einen Transformationsplan erarbeitet. Darin untersucht das Unternehmen, mit welchen technischen und organisatorischen Maßnahmen seine Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) langfristig gesenkt werden können. Mit den im Transformationsplan entwickelten Maßnahmen will es seine Wettbewerbsfähigkeit sichern, seine Produktion nachhaltiger ausrichten und sich zukunftssicher aufstellen.

Der Transformationsplan entstand in Zusammenarbeit mit einem externen Beratungsunternehmen. Für die Beratungskosten von 100.000 Euro erhielt das Unternehmen einen Zuschuss von 50 Prozent.

Ausgangslage und Klimaziele

Zu Beginn erfasste das Unternehmen, wie viel Energie das Werk benötigt und wo THG-Emissionen entstehen. Für das gewählte Basisjahr erstellte es anschließend eine Treibhausgasbilanz. Das Werk produziert weitgehend im Dauerbetrieb und benötigt dafür große Mengen Prozessdampf und Strom. Den Prozessdampf bezieht das Unternehmen von einem externen Versorger, den Strom vollständig aus dem öffentlichen Netz. Einige Produktionsanlagen arbeiten zudem weniger energieeffizient als moderne Technik.

Im Basisjahr lagen die THG-Emissionen des Standorts bei mehr als 40.000 Tonnen CO₂-Äquivalent. Dabei berücksichtigte das Unternehmen sowohl die direkten Emissionen (Scope 1) als auch die indirekten Emissionen (Scope 2) und ordnete sie den verursachenden Anlagen und Prozessen zu. Auf dieser Grundlage setzte es sich zwei Ziele: Innerhalb von zehn Jahren sollen die THG-Emissionen um 70 Prozent sinken und bis 2045 soll der Standort THG-neutral werden.

Maßnahmen bis zum Zehn-Jahres-Ziel und darüber hinaus

Um die Ziele zu erreichen, bewertet und priorisiert das Unternehmen technische und organisatorische Maßnahmen nach ihrer Umsetzbarkeit, Klimawirkung und zeitlichen Perspektive. Für das Zehn-Jahres-Ziel plant es unter anderem den Bau eines eigenen Biomassekraftwerks, mit dem es den bisher extern bezogenen Prozessdampf weitgehend selbst erzeugen will. Weitere geplante Maßnahmen setzen direkt in der Produktion an: Wärmepumpen sollen Abwärme für die Bereitstellung von Niedertemperaturwärme nutzen, Frequenzumrichter die Kühlturmlüfter bedarfsgerecht regeln und eine Echtzeitdatenerfassung den Energieeinsatz im gesamten Produktionsprozess transparenter machen. Zusätzlich prüft das Unternehmen, Strom aus erneuerbaren Energien über langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) zu beziehen und eine eigene Photovoltaikanlage zu errichten. 

Für die Phase bis 2045 untersucht das Unternehmen weitere Technologieoptionen, die teilweise noch nicht marktreif oder mit großen technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen verbunden sind. Dazu zählen die Wärmeversorgung mit extern bezogenem grünem Wasserstoff oder die Erschließung tiefer Geothermie. Weiterhin betrachtet das Unternehmen Verfahren, die CO₂ aus dem geplanten Biomassekraftwerk abscheiden und weiterverwenden (Carbon Capture and Utilization, CCU).

Transformation steuern und Investitionen vorbereiten

Im Transformationsplan vergleicht das Unternehmen verschiedene Technologieszenarien und kann dadurch auf veränderte Rahmenbedingungen und Marktentwicklungen reagieren. Zugleich zeigt der Plan, welche Maßnahmen sich grundsätzlich für eine Förderung über weitere EEW-Module oder andere Förderprogramme eignen.
    
Der Transformationsplan hilft dem Unternehmen, die untersuchten Maßnahmen zu steuern und Investitionen vorzubereiten. Das bestehende Energiemanagementsystem bildet dafür die organisatorische Grundlage. Mit regelmäßigen Kontrollen erfasst und dokumentiert das Unternehmen, wie die Umsetzung voranschreitet. So kann es seine Maßnahmen schrittweise umsetzen, ihre Wirkung überprüfen und den Transformationspfad bei Bedarf anpassen. Zugleich stärkt das Unternehmen damit seine Resilienz und Zukunftsfähigkeit.