Was, wer und wie wird im BMWi-Wettbewerb Energieeffizienz gefördert?

Ein Mann steht mit Bauhelm unter dem Arm vor einer Industrieanlage
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Der Wettbewerb Energieeffizienz ist ein Förderinstrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, mit dem investive Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Unternehmen gefördert werden. Zudem werden Maßnahmen zur Bereitstellung von Prozesswärme aus erneuerbaren Energien berücksichtigt. Dadurch sollen den Unternehmen Anreize geboten werden, in hocheffiziente Technologien zur Energieeinsparung zu investieren, ihren Energieverbrauch zu senken und somit gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Was wird gefördert?

Der Wettbewerb Energieeffizienz ist akteurs-, sektor- und technologieoffen und fördert investive Maßnahmen, bei denen Unternehmen in neue hocheffiziente Technologien investieren sowie den Anteil der erneuerbaren Energien zur Bereitstellung von Prozesswärme ausbauen, die sich ohne Förderung erst nach einem Zeitraum von mindestens vier Jahren (energiekostenbezogene Amortisationszeit) rechnen würden.

Förderfähige Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Prozess- und Verfahrensumstellungen auf effiziente Technologien
  • Energetische Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen
  • Maßnahmen zur Steigerung der Strom- oder Wärmeeffizienz
  • Verstromung von Abwärme oder außerbetriebliche Abwärmenutzung
  • Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien
  • Erwerb und Installation von Sensorik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik 

Der Antragsteller entscheidet selbst, mit welchen Maßnahmen die Energieeffizienz verbessert und so Einsparpotentiale erschlossen werden sollen. Ob eine veraltete Technik erneuert, eine Anlage vorzeitig ersetzt oder um neue energieeffiziente Komponenten ergänzt wird, spielt keine Rolle. Wichtig ist: Energie- bzw. CO2-Einsparungen werden erzielt.

Die Förderung umfasst zudem die Erstellung des für die Antragstellung erforderlichen  Einsparkonzepts und die Umsetzungsbegleitung der geförderten Investitionsmaßnahme durch externe Energie-Sachverständige. Weitere Informationen zum Einsparkonzept finden Sie unter Antragstellung.

Wer ist antragsberechtigt?

Alle Unternehmen, egal welcher Rechtsform – vom Familienunternehmen bis hin zum großen Industrieunternehmen – können Förderanträge stellen.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, einschließlich wirtschaftlich tätiger kommunaler Betriebe, mit Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland sowie Contractoren zur Durchführung von Einzelprojekten bei antragsberechtigten Unternehmen. Contractoren sind Dienstleistungsunternehmen, die ihren Kunden (Contractingnehmern) vertraglich die Lieferung oder Einsparung einer bestimmten Menge von Betriebsstoffen (z. B. Strom, Kälte, Druckluft) garantieren.
Weiterhin sind Freiberufler antragsberechtigt, sofern ihre Betriebsstätte überwiegend für die freiberufliche Tätigkeit genutzt wird.

Wie funktioniert der Wettbewerb?

Grundsätzlich funktioniert der Wettbewerb Energieeffizienz wie ein klassisches Förderprogramm, es wird jedoch ergänzt um eine wettbewerbliche Komponente: Die Förderentscheidung orientiert sich an der sogenannten Fördereffizienz. Diese setzt die beantragte Fördersumme ins Verhältnis zur erwarteten CO2-Einsparung ("Förder-Euro" pro erreichter CO2-Einsparung pro Jahr). Je höher die Einsparung oder je geringer die beantragte Förderung ist, desto besser ist die Fördereffizienz und damit die Chance, zu den geförderten Projekten einer Wettbewerbsrunde zu gehören. Weitere Informationen finden Sie unter den Wettbewerbsfakten.

Es können kontinuierlich Anträge ab dem 15. April 2019 für geplante Energieeffizienz-Projekte beim Projektträger VDI/VDE-IT gestellt werden. Vorgesehen sind mehrere Wettbewerbsrunden pro Jahr mit entsprechenden Stichtagen. Wird das zur Verfügung stehende Budget der jeweiligen Wettbewerbsrunde um 50 Prozent vor Bewerbungsschluss überzeichnet, kann die Wettbewerbsrunde vorzeitig geschlossen werden. Alle Anträge, die zu einem Wettbewerbsstichtag (Bewerbungsschluss) vorliegen, werden auf Vollständigkeit, Einhaltung der Wettbewerbsbedingungen sowie Plausibilität geprüft. Die Antragsprüfung erfolgt in Kooperation mit der ÖKOTEC Energiemanagment GmbH. Alle positiv bewerteten Anträge werden entsprechend ihrer Fördereffizienz in ein Ranking eingeordnet.
Sollte Ihr Antrag in einer Wettbewerbsrunde nicht erfolgreich sein, können Sie Ihr Projekt gerne in einer der kommenden Wettbewerbsrunden erneut einreichen. Die Stichtagsfrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Eingehende Anträge nach einem Stichtag werden bei der folgenden Wettbewerbsrunde berücksichtigt. Gefördert werden absteigend nach dem Ranking alle Projekte, bis das jeweils pro Runde zur Verfügung stehende Budget erschöpft ist.

Informationen zu Zeiträumen und Budget der jeweiligen Runden können Sie einsehen unter Wettbewerbsrunden

Grundsätzlich sind Subventionen nach dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union verboten, da sie wettbewerbsverzerrend wirken können. Das dem Förderprogramm "BMWi-Wettbewerb Energieeffizienz" zugrunde liegende Förderkonzept wurde jedoch allgemein und nicht selektiv ausgestaltet. Zuwendungen aus dem Förderprogramm "BMWi-Wettbewerb Energieeffizienz" sind deshalb nicht als staatliche Beihilfe einzustufen.

MACHEN SIE MIT!

Haben Sie bereits eine Idee für eine Maßnahme? Unter Schnelleinstieg können Sie die wichtigsten Schritte bis zur Antragstellung überblicken. Daneben steht Ihnen der Fördereffizienz-Rechner zum Download zur Verfügung, mit dem Sie prüfen können, ob Ihre Maßnahme im BMWi-Wettbewerb Energieeffizienz gefördert werden könnte, welche Fördereffizienz sie aufweist und welche Fördersumme Sie möglicherweise erhalten könnten.

Welche Unterlagen Sie für Ihren Antrag benötigen, finden Sie unter Antragstellung.